Mit einem Rekordergebnis wurde die Auktion Zeitgenössische Kunst erneut und in Folge die erfolgreichste dieser Sparte für Lempertz wie auch in Deutschland. Die Flut der schriftlichen und telefonischen Gebote überstieg bei weitem das bisher gekannte hohe Niveau. Highlight der Auktion wurde mit einem Weltrekordpreis von 256.000 Nam June Paiks ironische Videoskulptur Miss Rheingold. Mit 226.000 folgte IBADAN-POS, eine frühe, schwarzweiße Arbeit Victor Vasarélys von 1957 (Lot 449, 80/120.000). Wrapped Reichstag von Christo kam auf 183.000 (Lot 78, 140/150.000) und auf 146.000 eine große abstrakte Komposition aus dem Jahr 1999 von Sigmar Polke; eine kleine Gouache mit Reihern sprang von 15/20.000 bis auf 85.000 und Die Maus ... , eine Acrylarbeit mit phosphoreszierendem Lack von 1988, erreichte 73.000 (Lots 336/337/338). Bis 66.000 lief eine um 1965 entstandene unbetitelte Gouache des Künstlers (Lot 340, 38/40.000). Für Superficie Bianca, eine reliefierte weiße Leinwand Enrico Castellanis von 1981 mußte französischer Handel 152.000 bewilligen (Lot 69, 45.000).
Ein koreanischer Bieter setzte sich gegen internationale Telefone und schriftliche Gebote wie auch den Saal mit 256.000 für Nam June Paiks witzig-ironische Videoskulptur Miss Rheingold durch: Weltrekordpreis für eine Arbeit des Künstlers (Lot 298, 110/140.000). Strukturfeld, ein kleineres Nagelbild Günther Ueckers aus dem Jahr 1973, wurde von 40.000 bis auf 105.000 hochgesteigert (Lot 443). Sehr begehrt war auch eine Eisenskulptur Jean Tinguelys, die von 35/40.000 bis 95.000 getrieben wurde (Lot 430); eine Multimedia-Arbeit des Künstlers mit Lackfarben, Gouache und Kreiden war bis 49.000 umkämpft (Lot 29, 15/20.000). Auf 92.000 kam Pyramid, eine Arbeit von 1989 mit vier eloxierten Aluminiumplatten Keith Harings (Lot 153, 80.000). 90.000 mußte ein deutscher Sammler für Femme de vix von Gaston Chaissac aufwenden (Lot 74, 55/70.000). Auf 92.000 kam Hexenkind von Markus Lüpertz aus dem Jahr 1988 (Lot 236, 80.000). Dasselbe Ergebnis erreichte A.R. Penck mit Preußische Hoffnung, einer Leinwand von 2000 (Lot 313, 70.000). 83.000 erzielte eine titellose Leinwand Jean-Paul-Riopelles (Lot 363, 50/70.000). Bei 85.000 wurde ein ebenfalls unbetiteltes Bild von Emil Schumacher übernommen (Lot 401, 70/90.000).
Sehr gut liefen die zehn Arbeiten Jörg Immendorffs. Für 56.000 ging seine Bronzeplastik Malerstamm – Jörg von 2002 (Lot 178, 45/50.000); Café de Flore – Beuys und Ich, eine Ikone im Werk des Künstlers, wurde von 25.000 bis auf 62.000 gesteigert (Lot 180). Neo Rauchs frühe Leinwand ... lachend auf euch niederschauen ... von 1991 kam von 40/45.000 bis auf 66.000 (Lot 352). Eine kleine titellose Arbeit in Öl auf Karton aus dem Jahr 1994 von Gerhard Richter konnte erst bei 48.000 übernommen werden (Lot 360, 18/22.000). Von Rainer Fetting kam ein sehr qualitätvolles Treibholzbild. Soldat, für das der Künstler aus dem Hudson River gesammeltes Treibholz auf eine Leinwand montierte und übermalte, wurde für 49.000 abgegeben (Lot 109, 40.000). Lucio Fontana war sehr gesucht; alle fünf vertretenen Arbeiten kamen weit über die Taxen, wobei ein Concetto Spaziale-Aluminiumrelief von 20.000 bis auf 55.000 getrieben wurde (Lot 121). Auf 52.000 sprang eine Gouache Alexander Calders von 1971 (Lot 68, 35/40.000). Einen großen Satz vollführte Yves Kleins titelloses Schwamm-Unikat von 1961, das von 8/10.000 bis auf 39.000 kam (Lot 202). Sol Lewitts Pyramid, eine Objekt aus Hartfaserplatten von 1986 kletterte von 16.000 bis 38.000 (Lot 221). Für 38.000 ging auch ein Leuchtrelief von Heinz Mack in neue Hände (Lot 254, 25/30.000). Karel Appel kam mit dem Öl-Portrait eines Mannes auf 56.000 (Lot 5, 40/45.000). Georg Baselitz war neben anderen mit einem Aquarell vertreten, das von 15/18.000 bis 33.000 gehoben wurde (Lot 23). Mit 20 Arbeiten war Joseph Beuys vertreten, die meist weit die Taxen übertrafen (bis 28.000). Großes Begehren löste seine Capri-Batterie von 1985 aus, eine gelbe Glühlampe mit Fassung und zu erneuernder Zitrone, die von 3.000 bis 18.000 getrieben wurde (Lot 49). Andy Warhols Liz von 1964 gefiel und wurde von 10/15.000 bis auf 39.000 gehoben (Lot 454), die seine Farbserigraphie Lenin mit 49.000 noch übertraf (Lot 460, 20/25.000).
Erfolgreichster aktueller Künstler wurde Norbert Bisky mit Alle greifen nach den Sternen, einer 190 x 270 cm großen Leinwand von 2000, für die eine portugiesische Sammlerin 61.000 bewilligte (Lot 53, 34/36.000). Dieselbe Summe setzte ein Schweizer Bieter für ein titelloses Objekt von Marcel Broodthaers ein (Lot 60, 35/40.000). Groß war der Erfolg für zwei Arbeiten Isa Genzkens: Ihre beiden auf je 4.000 geschätzten Leinwände sprangen nach heftigen Bietgefechten auf 16.000 für ein bräunliches und 28.000 für ein schwarzes Bild (Lots 135/136). 28.000 erzielte Von Angesicht zu Angesicht des jungen Koreaners SEO; die Leinwand aus dem Jahre 2003 kam von 10/15.000 (Lot 407). Teuerste Photographie wurde mit 34.000 ein Portfolio Stephen Shores mit zwölf Farbaufnahmen (Lot 403, 28/30.000). |