Peter Dreher: Beachcomber Shores (Malerei)
22.06.-28.07.2007
Vernissage mit dem Künstler: Fr. 22.06., 19 Uhr
Performance: Andreas A. Müller, Tänzer / 20 Uhr
Thema der Ausstellung:
Was sehen wir? Sichtbarwerden und Sehen sind die großen Themen in der Malerei Peter Drehers. Das weltweit einmalige Malprojekt „Tag um Tag ist guter Tag“ ist Drehers bekannteste Auseinandersetzung damit. Seit 1974 arbeitet der Künstler an diesem Projekt. Es zeigt das immer in gleicher Weise und Größe gemalte Abbild vom Wasserglas. Mehr als 4000 nahezu gleiche Bilder sind so bis heute entstanden und stellen Drehers Malerei zu Recht in die Nähe der Phänomenologie.
Erstmals wird nun mit „Beachcomber Shores“ eine fast 14 Meter lange Malerei-Installation Drehers gezeigt, die unser Sehen auf ebenso elegante wie radikale Weise befragt. Was sehen wir? Auf insgesamt 56 Tafeln erscheint das Interieur eines kalifornischen Strandhotels. Möbel, Vorhänge, Wände, ein Bett. Alles ist mit großer Sachlichkeit und der Beschränkung auf das Wesentliche dargestellt. Wie immer benutzt Peter Dreher eine gedeckte, eher gräulich unterlegte Farbpalette. Es gibt wenig Kontraste, keine Aufgeregtheit, keine Effekte.
Dreher malt, was er sieht. Er dokumentiert. Indem der Künstler aber seine realistische Darstellungsweise so reduziert, nähert er sich stark der Abstraktion. Jede einzelne der Tafeln könnte so auch ein vollkommen abstraktes Bild sein: ein graues Rechteck, eine Komposition in Gelb-Braun. Ein Bild ohne Wirklichkeitsbezug. Erst im Kontext der Malerei-Installation, im Netzwerk der 56 Einzelteile, gewinnen die Tafeln ihren Sinn und unser Sehen kann sie mit Sinn aufladen. Dreher macht uns diesen fundamentalen Prozess deutlich: nie sehen wir die bloße Wirklichkeit, immer sehen wir, was wir schon kennen. Ein naives Sehen kann es nicht geben…
Die Malerei Peter Drehers unterscheidet sich damit von abstrakter wie figurativer Malerei und stellt das Sichtbarwerden eines Bildes in den Mittelpunkt des Interesses. Das Bewusstmachen des Sehens sowie des Malprozesses sind hierbei nur zwei Seiten einer Medaille. |